Ist das nur Stockkampf?


Nein.

Die philippinischen Kampfkünste wurden zwar für ihren Stockkampf bekannt, tatsächlich aber wurde der Rattanstock ursprünglich als Trainingswaffe für den Schwertkampf eingesetzt.

Es gibt FMA-Stile, die sich auf die Anwendung von Klingen spezialisiert haben und den Stock auch so führen, als würde es sich um ein Schwert oder eine Machete handeln.

Andere Stile wiederum begreifen den Stock als eigene Waffe und führen damit Techniken aus, die man mit einem Schwert nicht machen würde.

Allerdings sind viele FMA-Stile deutlich komplexer und nicht nur auf das Training mit Waffen in bestimmten Distanzen spezialisiert, obgleich es diese auch gibt und sie darin sehr sehr gut sind.

In den philippinischen Kampfkünsten ist das Training mit Waffen im Gegensatz zu vielen anderen Kampfkünsten deutlich intensiver und macht auch einen Großteil der Ausbildung aus.

Allerdings muss man wissen, dass dies dem besonderen Trainingskonzept der FMA geschuldet ist.

Anfänger beginnen das Training bei uns mit Schlag- und Koordinationsübungen mit einem oder zwei Rattanstöcken.

Durch das Training mit Waffen fällt es leichter Koordination, Kraft, Distanzgefühl und saubere Technik zu lernen und zu lehren. Die Bewegungsprinzipien, die im Waffenkampf erlernt werden lassen sich dann unkompliziert auf die Anwendung ohne Waffen übertragen. Dass dies tatsächlich gut funktioniert muss man als Einzelner im Training erleben und dann kann es gut sein, dass Euch das FMA-Virus befällt 😉

Das Training mit Waffen erfordert mehr Respekt und Rücksichtnahme und das Sparring mit Waffen zusätzlich mehr Mut und Taktik.

Dies alles sind Attribute, die auch im waffenlosen Kampf unverzichtbar sind und aus dem Training mit der Waffe heraus intensiv ausgebildet werden.

Zudem sind unserer Meinung nach Abwehrtechniken gegen bewaffnete Angreifer nur dann sinnvoll zu trainieren, wenn der Partner auch realistisch angreifen kann und wenn man selber weiß, was diese Waffe in geschulter Hand anrichtet.

Darüberhinaus integrieren viele FMA-Stile (so auch wir) spezielle waffenlose Techniken, wie etwa das aus dem Kung-Fu oder Jeet-Kun-Do bekannteTrapping oder auch Box- und Tritttechniken aus dem Muay Thai und dem westlichen Boxen sowie Hebel- und Bodentechniken aus japanischen und südamerikanischen Kampfkünsten.